Der Garten

Als wir in die Wohnung einzogen, war bereits ein schöner Garten vorhanden. Eine gute Basis zur Weiterentwicklung des Gartens. Besonders wertvoll die bereits älteren Gehölze: Haselnuss, Holunder und Apfelbaum.  Durch die vorhergehenden Sanierungsarbeiten und die in dieser Zeit nicht durchgeführte Pflege waren jedoch die Beete nicht mehr in guter Form.  Gepflegt wurde der Garten zu dieser Zeit  nur in Form von sporadischem Rasenmähen. 



Also habe ich Stück für Stück die Pflege übernommen. Ich habe Rasen gemäht, Sträucher geschnitten und die vorhandenen Beete neu bepflanzt. Jedes Jahr habe ich mehr im Garten gearbeitet und Stück für Stück begonnen den Garten weiter zu gestalten. Ich verfolgte dabei zunehmend das Ziel möglichst vielen Tieren ein Nahrungsangebote und Zuhause zu schaffen . 

Vorbilder und Informationen wie ein solcher naturnaher Garten aussehen und welche Elemente er enthalten kann und sollte fand und finde ich über den Naturgarten e.V. und auf den Seiten von Markus Gastl und dem Hortus-Netzwerk. Unten stelle ich einige Prinzipien und Aspekte vor die ich in meinem Garten angewendet habe. 

Nach diesen Prinzipin habe ich den Garten gestaltet.

Heimische Pflanzen verwenden

Heimische Pflanzen sind das A und O im Naturgarten. Ziel eines Naturgärtnes ist es eine möglichst große Zahl und Vielfalt dieser in den Garten zu bringen. Denn sie bilden die Nahrungsgrundlage für heimische Tiere und Insekten. Ein besonderer Augenmerk sollte dabei auf die Förderung von Insekten im Garten liegen. Sie stehen auf der untersten Stufe der Nahrungskette und sind somit Lebensgrundlage für viele andere Tiere darunter viele Singvogelarten, welche wir ja gern in unseren Gärten sehen. Leider haben die Insekten in den vergangen Jahrzehnten einen dramatischen Rückgang nicht nur der Arten sondern auch der Individuenzahlen im gesamten Artenspektrum erlebt. 
 

Mit jeder heimischen Pflanze locken Sie im Schnitt 10 Tiere in Ihren Garten. Aber es gibt auch richtige Spitzenkandidaten unter ihnen, von welchen sich weitaus mehr Insekten ernähren können. Zu diesen zählen u.a. die Schafgarbe, der wilde Dost, Rotklee, Wiesenflockenblume und der gewöhnliche Hornklee. Auch heimische Sträucher und Bäume sind wichtig für Insekten, sie sind Pollenlieferant und Futterpflanzen bspw. für Schmetterlingsraupen. Zu den bedeutensten zählen die Saalweide, der Weißdorn sowie Faulbaum und Kreuzdorn (letztere sind die einzigen Futterpflanzen für Zitronenfalter). 



In diesem sonnigen Beet vor dem Haus habe ich nur heimische Pflanzen verwendet. Schon im ersten Jahr wurden von diesen zahlreiche Insekten angelockt.
Viele Pflanzen sind auch über die Blüte hinaus wichtig für Insekten und andere Tiere. Die abgestorbenen Blüten und Stängel dienen als Versteck oder Nistplatz (Bienen). Hagebutten und Samen (z.B. der wilden Karden) sind Futter im Winter und zeitigen Frühjahr und die Blätter Futter für Raupen.

 

Nicht jede Pflanze ist bei alle Insektenarten gleichermaßen beliebt. Manche sind eher Schmetterlingspflanzen, wie die Kronen-lichtnelke oben im Bild. Andere ziehen eher Hummeln an, wie der Fingerhut eine ausgesprochene Hummelpflanze. Auf Anderen sind hauptsächlich Bienen zu finden. Auf dem Zierlauch und den Kornblumen im obigen Beet kann ich sehr viele Bienen und auch einige Hummeln beobachten.

Das ist meine aktuelle Lieblingspflanze.  Jedes Mal wenn ich aus dem Haus gehe komme ich an Ihr vorbei und fast jedes Mal sehe ich Insekten darauf sitzen. Ich freue mich darüber und gehe etwas fröhlicher in den Tag.
Disteln sind zu unrecht als verheerendes Unkraut gefürchtet. Dabei sind sie wertvolle Insektenpflanzen, die sich in der Regel gemäßigt versamen oder ausbreiten.


Es soll durchgängig blühen!

 

Nicht nur für das menschliche Auge ist es attraktiv wenn über das ganze Jahr Blüten im Garten zu finden sind. Für Insekten ist es wichtig, dass zu jeder Jahreszeit ein Nahrungsangebot vorhanden ist. Daher ist es günstig Pflanzungen so zu planen, dass zu jeder Jahreszeit Blüten vorhanden sind.

Den Beginn der Gartensaison leiten in diesem Beet die Kätzchen von Strauch-weiden und Frühblüher ein. 
Im Frühling und Frühsommer werden diese von Akelei, blauem Lein, Kornblume, Kornrade und Kamille abgelöst. Diese Pflanzen sind einjährig bzw. nur kurzlebig. Möchte man diese länger im Beet halten, müssen Bodenflächen offen gehalten werden, an denen Diese nach der Selbstaussaat neu auskeimen und sich entwickeln können.

Im Sommer wiederum übernehmen die Strauchrose 'Ballerina', Kronen-Lichtnelke und Zierlauch. Der blaue Lein und die Kornblume bilden auch im Sommer immer wieder Blüten aus, wenn auch viel spärlicher als im Frühjahr. Ich habe in diesem Beet eine Zierrose verwendet. Es ist auch 'erlaubt' im Naturgarten die eine oder andere Zierpflanze zu verwenden. Grundregel dabei: keine gefüllten Sorten verwenden sonst kommen die Insekten nicht an Pollen und Nektar herran.

Im Spätsommer und frühen Herbst treten die Gräser in der Vordergrund und Prachtkerze und Bartblume haben Ihren Auftritt. Prachtkerze und Bartblume sind keine heimischen Pflanzen. Erstere habe ich geschenkt bekommen und werde Sie in Ehren halten. Für die Bartblumen habe ich mich entschieden,  weil ich eine attraktive Strauchpflanzung anlegen wollte und die Bartblume die späten Blüte mitbringt. Beide Arten werden gut von Insekten besucht.

Rasen im Naturgarten?

Kurz geschnittene Rasenflächen sind ökologisch gesehen nahezu tote Flächen. Dennoch mögen Viele nicht auf Ihren Rasen verzichten. Sei es weil sie sich gerne zum Sonnen niederlegen, Kinder darauf spielen wollen oder weil das Auge nach einer ruhigen Fläche verlangt. Ein Kompromis ist der Blumen- und Kräuterrasen. Ein Rasen der etwas seltener gemäht wird und neben Gräsern auch viele Kräuter und Blumen enthält. Hier finden zahlreiche Insekten Nahrung. Wenn man einen solchen Rasen ansät kann man abhängig vom vorhandenen Boden eine sehr artenreiche Fläche erhalten. Aber auch durch selteneres Mähen und wenn man darauf achtet das vorhandene Pflanzen sich aussäen bzw. bei den Frühblühern sich das Laub einziehen können, kann man mit der Zeit die Struktur des Rasens verändern. Die oftmals unerwünschten Kräuter wie Löwenzahn, Rotklee und Spitzwegerich sind sehr wertvoll für Bienen, Schmetterlunge und Co.. Neben diesen haben wir auch Hahnenfuß, Ehrenpreis, Braunelle, Wiesenschaumkraut, Günsel, Gundermann, Krokus, Schlüsselblume und Windröschen im Rasen. Allesamt attraktiv für zahlreiche Insekten. Entsprechend ist unser Rasen ganzjährig gut besucht. Damit nicht das gesamte Blütenangebot auf einmal verschwunden ist, mähe ich die Flächen abschnittsweise. Um eine schöne Optik zu erhalten mähe ich in der Regel Muster.

Auf der leicht geböschten Fläche vor dem Haus mähe ich gerne spiral- oder labyrinthähnliche Muster hinein. Hier ist der Boden eher trocken und daher ist der Rasen hier besonders arten- und blütenreich. Hier sind auch einige Schafgarben vorhanden. 

 Hin und wieder lasse ich auch einzelne Stellen aus, wenn gerade bestimmte Pflanzen blühen. Hier ging es mir um die Braunelle. Nebenbei wurden auch einige Klee und Wegerichblüten erhalten.

In diesem Gartenbereich ist es eher schattig. Unter zwei großen Sträuchern wuchs schließlich kaum noch Gras. Gemäht sahen diese Flächen sehr unansehnlich aus. Daher habe ich die Flächen in Pflanzflächen umgewandelt. Der übrige Rasen wird in kurvigen Bahnen gemäht.

Zulassen und vorhandenes nutzen

 

In meinem Garten folge ich nicht der üblichen Praktik zwischen Gepflanztem zu hacken um alle aufkommenden Pflanzen zu unterdrücken. Dadurch wäre mir viel verloren gegangen. Vielmehr schaue ich genau hin was dort kommt, lasse es mindestens wachsen bis ich erkenne um welche Pflanze es sich handelt und entscheide dann ob ich diese in der Pflanzung 'gebrauchen' kann oder nicht. Diejenigen die nicht ins Bild passen oder andere verdrängen würden, nehme ich einzeln heraus. Teilweise pflanze ich Sie auch einfach an eine andere Stelle im Garten, an der Sie besser mit den vorhandenen Pflanzen harmonieren. 

Auch mähe ich nicht immer bis in den letzten Winkel alles ab was sich im 'Rasen' entwickelt. (An Hecken und Säumen sollte man ohnehin mit bedacht mähen, da sich hier Igel und andere Kleintiere verstecken können.) Durch dieses Vorgehen habe ich den Garten durch bloßes zulassen enorm bereichert. So bin ich bspw. zu dem traumhaften Bild auf der Startseite gekommen. Samen der Akelei waren noch von der Gartengestaltung meiner Vorgänger im Boden vorhanden. Ich brauchte Sie nur wachsen zu lassen. Ähnlich war es mit dem Seifenkrautfeld (li.un.). Als hier die ersten Pflanzen aufkamen waren  die Nachbarn schon nervös wegen dem 'massiven' Unkrautaufkommens , aber ich habe mir gedacht 'erst mal sehen was das genau ist'. Es hat sich wahrlich gelohnt. Nicht nur ist das Feld schön anzusehen, auch lockt es jedes Jahr aufs neue das Taubenschwänzchen in den Garten. Auch die dicken blauschwarzen Holzbienen und viele Honigbienen sammeln hier Nektar.

Außerdem nutze ich gerne Pflanzen, die sich im Rasen ansiedeln. Durch das ständige Mähen können sie sich dort oft nicht halten und auch nicht zu voller Schönheit entwickeln. So habe ich u.a. das Storchschnabelbeet (un.mi.) angelegt. Im Rasen hatten sich einige Pflänzchen entwickelt. Ich habe Sie ausgegraben und in einer Reihe vor die Hainbuchenhecke gepflant. Es haben sich prächtige Pflanzen entwickelt, die jedes Jahr monatelang zahlreiche Blüten tragen, Bienen anziehen und auch für ein 'Fotoshooting' herhalten können. Auch Schafgarben (re.un. Bild vom 1.Jahr), Schlüsselblumen, Hahnenfuß, wilde Karde, Günsel und Braunelle habe ich vom Rasen in Beete gesetzt. Wäre doch sonst schade drum gewesen. In den kreisförmigen Beeten oben habe ich die zuvor im Rasen vorhandenen Pflanzen wachsen lassen und durch weitere auch aus dem Rasen gesammelte wie Schlüsselblumen und Günsel ergänzt. Nur für den dritten Kreis der sonnigerliegt, habe ich einige Pflanzen aus Samen gezogen.

Für die, die sich noch nicht so gut auskennen mit den Pflanzen. Es gibt inzwischen verschiedene Apps zur Pflanzenbestimmung. Ich nutzte bspw. PlantNet. Hiermit kann man auch als Laie sehr gut Pflanzen bestimmen. Einzige Ausnahme bilden die Gräser. Hier versagen eigentlich alle Apps.  

Seifenkrautfeld

Storchschnabelpflanzung

Schafgarben

Strukturen für Tiere schaffen!

 

Diese drei Beispiele für Strukturen im Garten sind den meisten schon bekannt. Trotzdem möchte ich sie nochmals kurz erwähnen. Generell ist ein Garten immer wertvoller wenn er nicht zu aufgeräumt ist. Wenn hier und da ein wenig Unkraut steht, oder einfach ein Stückchen nicht gemäht wird. Laubhaufen, Steinhaufen, abgestorbene Bäume oder liegendes Totholz, Haufen mit Ästen und/oder Laub oder ähnliches vorhanden ist. All dieses bietet Unterschlupft und Nahrung für verschiedenste Tiere. Hier die Elemente die im Hortus convictio vorhanden sind.

Kleiner Steinhaufen in der Sonne und morsches Holz. Steinhaufen in sonnigen Lagen bieten Unterschlupf für wärmeliebende Tiere wie Eidechsen. Ich habe nur einen kleinen Haufen, da ich es für Eidechsen nicht zu attraktiv gestalten möchte. Wir haben zwei Katzen in der Nachbarschaft. Oft fallen Eidechsen diesen Räubern zum Opfer. Das morsche Holz ist u.a. für Wildbienen und Wespen für den Nestbau interressant.

Eine Mauer aus Natursteinen deren Fugen unbefestigt sind, also eine sog. Trockenmauer bietet ebenfalls Unterschlupf für zahlreiche Tiere. Je nach Ausrichtung können sich hier kleine Tiere wie Mäuse und Schnecken (schattigere Lagen), Eidechsen und Schlangen verstecken oder auch Hummeln Ihre Nester anlegen (sonnige Lagen). Auch wachsen Pflanzen wir Farne, Erdbeeren und Zimbelkraut in den Fugen.

Der klassische Laubhaufen für den Igel ist bei uns unter dem Balkon zu finden. Der große Vorteil hier ist, dass es schon von Hause aus trocken und relativ windgeschützt ist. 

Da sich die Igelpopulation hier gut entwickelt, bieten wir dieses Jahr gleich mehrere Laubhaufen mit einfachen Igehäusern im Kern an.

Ein Miniaturteich mit 60cm Durchmesser aus einer Wanne gefertigt, die wir einmal zum betonieren gebraucht hatten. Wasserquellen sind im Garten immer wichtig. Hier trinken leider nur Maus und Igel, für Vögel ist zu viel Vegetation um den Teich herum vorhanden, in der sich Räuber verstecken könnten. Tränken für Vögel sollten immer in offenen, überschaubaren Stellen positioniert werden.

Der klassische Laub und Asthaufen. Ein wichtiger Unterschlupf für verschiedene Tierarten. Da der Haufen mit der Zeit zusammensackt sollte immer wieder Material nachgelegt werden.
Das schöne Gras daneben hat sich übrigens von allein angesiedelt. Einfach nur nicht gemäht, ergibt sich ein attraktives Gartenbild.

Ein nicht ganz so klassisches Beispiel: ein Haufen von Dachziegeln. Zwischen diesen Ziegeln entstehen sehr schmale Hohlräume in denen Eidechsen gut überwintern können. Der Vorteil andere Tiere kommen nicht in die schmalen Zwischenräume und die Tiere können vor Räubern geschützt überwintern.

Bienennisthilfen

Der Handel wurde in den letzten Jahren von den sogenannten 'Insektenhotels' überschwemmt. Sie sind beliebt, da sich vermeintlich ohne großen Aufwand etwas für die Insektenwelt tun lässt. Die gute Absicht dahinter ist sehr lobenswert, jedoch muss man hier genauer hinschauen was man sich da in den Garten stellt. Viele Produkte sind leider völlig ungeeignet, da sie schon bei der Zielgruppe falsch ansetzten. Wie der Name schon sagt werden hier oft generell Insekten angesprochen. Die Idee ist eine Unterschlupfmöglichkeit anzubieten, welche diese jedoch an anderer Stelle viel besser finden. Daher findet man in diesen Anlagen wenn überhaupt nur mal zufällig ein Insekt.

Was hingegen wirklich sinnvoll ist, ist eine Nistmöglichkeit gezielt für Wildbienen anzubieten. Dies kann in Form dieser klassischen kleinen Häuschen erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass hier die richtigen Materialien mit den richtigen Eigenschaften und Lochgrößen angeboten werden. Wer sich hierfür interessiert kann u.a. auf der Seite von Werner David www.naturgartenfreunde.de zahlreiche Informationen finden. 

Da aber nur ca. 30 % der Wildbienen in solchen Hohlräumen nisten und ca. 75 % im Boden, wäre es noch sinnvoller Nistmöglichenkeiten für Bodenbrüter anzulegen. Angenommen werden kahle Bodenflächen, gerne leicht oder stärker im Gefälle, mit locker verteilten Steinen und ggf. lockerem Bewuchs. Besonders interressant sind dabei Sandflächen mit strukturstabilem Sand und Abbruchkanten. Andere Bienen wieder nisten in markgefüllten Stengeln die vertikal stehen. Um diese zu fördern können einzelne Stengel stehengelassen oder aber aufgestellt werden. 

All diese Maßnahmen sind jedoch nur dann sinnvoll, wenn auch im näheren Umfeld  Futterpflanzen in Form von heimischen Pflanzen für Nektar- und Pollensammlung vorhanden sind. Ohne die entsprechende Nahrungsgrundlage nützt die beste Nisthilfe nichts.

Eine Bienennisthilfe in einer kleinen Nische, regengeschützt und sonnig, aufgestellt. Ein Gitter bietet etwas Schutz vor Vögeln. Die Einlagen bestehen aus Holz, Schilf- und Papprohren mit Bohrungen im Durchmesser von 3-8 mm.
Es ist sinnvoller mehrere kleine Anlagen im Garten zu verteilen als eine große, denn letztere fördern den Schädlingsbefall.

Zwischen der neu angelegten Pflanzung sind noch einige Bereiche unbewachsen. Hier ist es sonnig und der Boden ist aufgrund der Neigung und des guten Wasserabzugs (Schotterschicht unter dem lehmigen Oberboden) recht trocken.
Hier haben zahlreiche Wildbienen Ihre Nester angelegt. Besonders beliebt die Bereiche mit lockerer Splittabdeckung.

Auf unserem überdachten Balkon habe ich  weitere Nisthilfen angebracht. Hier sind auch einige markgefüllte Stengel von Himmbeer- und Brombeersträuchern aufgestellt. Die Himbeerzweige wurden bisher nicht besiedelt. Die Brombeeren sind frisch aufgehängt. Da Brombeeren gut angenommen werden sollen, hoffe ich auf Besiedlung in der nächsten Saison.

Materialien wiederverwenden

Rankgerüst aus Gitterbett

Wir haben einige Kinderbetten gebraucht gekauft und wieder verkauft. Irgendwann hatten wir dann Bettgitter ohne zugehöriges Kinderbett im Keller. Drei Pfosten und drei Erdanker und fertig ist das Rankgerüst. Sobald die neuen Stauden groß sind sieht man den Maschendrahtzaun dahinter dann nicht mehr. Als dann ein paar Tage später Bettgitter am Straßenrand standen, habe ich sie mir gleich auf Vorrat mitgenommen. Mal schauen was ich damit bauen kann...

Sichtschutz aus altem Zaun

Die Stützen des alten flachen Bretterzauns zum Nachbarn haben irgendwann nachgegeben. Aus den noch tauglichen Restbrettern haben wir einen kleinen Sichtschutz zum Komposthaufen hergestellt. Dank der Patina aus Moos fügt sich dieser harmonisch in das Gartenbild ein.

Tipi aus Schaukel

Das Holz der alten Schaukel des Hauses wurde langsam morsch und der obere Balken ist scließlich durchgebrochen. Eine neue Schaukel wurde an eine günstigere Position gesetzt. Statt die Stützen auf die Deponie zu fahren, habe ich Sie zu einem Tipi zusammengestellt. Für farbliche Gestaltung haben die Nachbarskinder gesorgt. Nachdem nun die Kinder das Tipi nicht mehr so voft nutzen, habe ich dieses Frühjahr einer Clematis alpina gesetzt.

Umgang mit sogenannten 'Schädlingen'

Eigentlich gibt es im naturnahen Garten keine Schädlinge: sondern eben einfach Leben. Was die Tiere im Garten betrifft die allgemein als 'Schädlinge' wahrgenommen werden: hier müssen wir lernen einen anderen Blickwinkel zu entwickeln. Wir freuen uns über die hübschen Tiere wie die Singvögel, Schmetterlinge und Bienen. Aber stören uns an Elster, Laus und Raupe. Aber auch diese Tiere gehören dazu. In einem funktionierenden System werden die sogenannten 'Schädlinge' selten zum ernsthaften Problem. Bei Lausbefall stellen sich bald Nützlinge wie Marienkäfer und -larven, Florfliegen und Meisen ein, welche Ihre Junge gern mit Blattläusen füttern. Schmetterlinge sehen wir nur, wenn vorher auch Raupen da gewesen sind. Keinesfalls sollte man im naturnahen Garten zu Chemie greifen. Sollte doch mal eine Art zu großen Schaden anrichten, können wir auf biologische Mittel wie Jauchen zurückgreifen oder mit eigenem Einsatz (absammeln) dagegen angehen.

Letztendlich war es doch unser Ziel Insekten in den Garten zu locken. Freuen wir uns also darüber dass Sie da sind: Juchhu ich habe Raupen im Garten...

Jedes Frühjahr werden die beiden Holundersträucher im Garten von Läusen befallen.  Das eine Jahr mehr das andere Jahr in Massen. Die ersten Jahre mit massenhaftem Befall wurde ich leicht panisch. Chemie kam bei mir noch nie in Frage aber Nützlinge bestellen viel mir noch ein. Also habe ich mir in zwei aufeinander-folgenden Jahren Marienkäferlarven bestellt. Komisch nur immer wenn die Larven ankamen, waren die Läuse schon wieder weg. Und so habe ich dann zwei mal für meine Larven erst wieder Läuse suchen gehen müssen. Inzwischen freue ich mich einfach wenn die Läuse wieder zahlreich da sind. Dann werden die Meisen Ihre Junge wieder gut durchbringen...

Auf den Königskerzen gibt es auch Leben. Da die Raupen hier noch sehr jung sind bin ich mir nicht ganz sicher, aber vermutlich handelt es sich hierbei um den Königskerzen-Mönch oder den Braunwurz-Mönch. Recht unauffällige Falter mit sehr guter Tarnung. Den Falter haben wir noch nicht gesehen, aber die Puppen habe ich schon mehrfach im Garten gefunden.

Natürlich werden auch naturnah angelegte Gärten nicht vor Nacktschnecken verschont. Leider hat sich die rote spanische Weg-schnecke hierzulande stark vermehrt und ist zu einer Plage geworden. Schneckenkorn und Fallen sollten jedoch nicht genutzt werden, da sie auch die harmlosen Gehäuse-schnecken (unter Ihnen die geschützte Weinbergschnecke) zur Strecke bringen. 

Eine sinnvolle Taktik wäre es, einfach doppelt so viele Pflanzen einzusetzen wie benötigt werden (z.B. im Gemüsegarten), dann sind meist noch genügend für den Eigenbedarf übrig.  Oder man sammelt Schnecken ab und setzt sie aus oder tötet Sie mit einer halbwegs humanen Methode ab. Ich zerschneide meine Nacktschnecken. Ich möchte Sie nicht in der Natur aussetzen weil Sie auch dort schon längst eine Plage sind.

Welche Tiere sich meinem Garten tummeln

 und 

weitere Fotos vom Garten

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